Das Torhaus war Schule und zunächst auch Lehrerwohnung. Im Kern, vielleicht noch Teil der mittelalterlichen Kirchenumwehrung, wurde es 1728 größtenteils neu errichtet. Damals verzeichnete die Gemeinderechnung Sonderausgaben für die Umarbeitung der vorhandenen Spitzbögen zu Rundbögen.
Da der Schulrektor zusammen mit dem Glöckner auch für die Kirchenmusik zuständig war, erhielt die Lehrerwohnung einen direkten Zugang zur Orgelempore der Pfarrkirche.
Geradeaus durch den Torbogen erreichen Sie eine imposante Kreuzigungsgruppe, 1613 vom wohlhabenden Bäckermeister Leonhard Schneider aus dem Lauersend als Grabmal für sich und seine Frau errichtet. Er selbst verstarb am 11. Februar 1614, während seine Witwe 1627 mit 82 Jahren als Hexe auf den Scheiterhaufen kam. Auf Bitten ihrer Kinder wurde sie zwar vorher enthauptet, ihre Asche durfte aber nicht auf dem Friedhof bestattet werden; deshalb fehlen ihre Daten auf der rechten Sockelhälfte mit der Frauenfigur.
Weitere Grabplatten aus der Zeit von 1580 bis 1720 sind in die Mauern des alten Kirchhofs eingelassen. Folgerichtig hat die Gemeinde in der Nordostecke Gedenktafeln für die Gefallenen der beiden Weltkriege errichtet.
Vor 1901 umschlossen Mauern den gesamten Kirchenbezirk, der bis 1823 als Friedhof diente. Dazu gehörte auch ein Beinhaus mit Kapelle im Obergeschoss, das 1477 zuerst erwähnt wurde und 1972 einer Trafostation weichen musste. Hinter dieser liegt der ehemalige Pfarrgarten mit dem alten Pfarrhaus.
Vor dem nördlichen Seitenschiff der Alten Pfarrkirche befindet sich eine Madonnensäule, die vom Bürgstadter Bildhauer Anton Speth (1851-1896) geschaffen wurde.